"Tag des Platt"

der Heimatvereine der Stadt Hörstel


Zweiter "Tag des Platt" der Heimatvereine der Stadt Hörstel am 27. Oktober 2007

IVZ vom 30. Oktober 2007

IVZ vom 27. Oktober 2007


Erster "Tag des Platt" der Heimatvereine der Stadt Hörstel am 28. Oktober 2006

Ausgesprochen zufrieden zeigten sich die Organisatoren mit dem erstmals durchgeführten "Tag des Platt", der am Samstag in Riesenbeck stattfand. Den Auftakt der Veranstaltung der vier Heimatvereine in der Stadt Hörstel bildete eine Messfeier, zelebriert von Pfarrer Bügener aus Bevergern in dem ihm eignen deftigen Platt. Mit seinen klaren und deutlichen Worten, die wohl nur im Plattdeutschen so ausgesprochen werden können, forderte er die Menschen auf, sich einander zu achten und zu ehren, sich von Neid und Mißgunst zu verabschieden sowie Gott zu ehren. Die Beispiele in der Predigt riefen bei den vielen Kirchenbesuchern mitunter Schmunzeln hervor, besonders als Pfarrer Bügener den Wert eines jeden Menschen an einer Erzählung eines alten Ehepaares deutlich machte. Da fragte die Frau ihren Mann nach dem Zubettgehen, ob er ihr noch etwas wert sei und erhielt  die Antwort, dass er sie nicht für eine Millionen Mark verkaufen würde. Auch sie sage ihm, es ginge ihr ebenso. Beim Ausschalten des Lichtes fragte die Frau ihren Mann: "Säg äs, häs du de Düör afsluoten?" "Waorüm frögs du mi dat?" antwortete er. "Jä, nu denk äs", gab sie liebevoll zurück, "hier ligt jä twe Miljonen in´n Bedde!"

Im Anschluß an die Messfeier waren die Gäste zu einem Abendessen auf Lammers Hof eingeladen. Dort bewirtete die Frauengruppe des Heimatvereins Riesenbeck mehr als dreißig Personen, überwiegend aus den anderen Ortsteilen, mit Schnittchen und Tee.
 

Dr. Klaus-Werner Kahl begrüßte die Teilnehmer des Abends auf das Herzlichste und führte durch das abwechselungsreiche Programm.

Teilnehmer des Abends beim Singen des Eröffnungsliedes

Karl Elmer stimmte mit seinem Akkordeon das Lied "O, wu schöön is mien Westfaolen" an, das wie alle anderen Lieder kräftig mitgesungen wurde.
Über den Menschenschlag der Westfalen berichtete Maria Rumker mit dem Gedicht von Friedrich Ernst Hunsche "Waorüm de Westfaolen nich in´ne Hölle kuëmt".

Maria Rumker

Maria Remmersmann

Maria Remmersmann leitete mit dem Gedicht "An`t Häädfüer" von Bernhard Holtmann zum gruseligen Teil über.
Ein gruseliges, eigenes Erlebnis steuerte Alois Bühner mit der Erzähling "Dat raude Lämpken" bei. 

Alois Bühner

Frauke Reckers

An einem Teich angekommen bot es sich an, "Dat Pögsken" von Augustin Wibbelt vorzutragen. Die zehnjährige Frauke Reckers erntete viel Beifall für den gelungenen Beitrag. Klaus Kahl ergänzte das Gedicht mit "Pögskens Hilligaomd", einen kurzen Gedicht von Heinrich von Emsfurth aus dem neuen Buch "Usse laiwe Plat".
Gekonnt in Vortrag und Gestik ließ die junge Nadine Schlesinger das Döönken "De Professer un de Ko" von August Hinrichs zu Gehör kommen.

Nadine Schlesinger

Rudi Mersch

Rudi Mersch amüsierte anschließend mit der Geschichte "Dat Klenste" von Augustin Wibbelt.

 

Die Bedeutung des Schweines für den Westfalen kam in dem Lied "Swineprisen" von Hein Schlüter zum Ausdruck, während das Lied "De Dissel" nach einem Gedicht von Augustin Wibbelt und Gregor Schwake auffordert, es der Distel gleich zu tun und mit sich zufrieden zu sein. Karl Elmer begleitete gekonnt auf seinem Akkordeon.

Karl Elmer am Akkordeon

Veronika Rietmann

Veronika Rietmann gelang es mit dem Döönken "Pastoor un sien Käpken" die Lacher auf ihrer Seite zu haben. Starker Tobak dagegen war das von Rosi Pühs aufgeschriebene und von Klaus Kahl vorgetragene Gedicht "Dat kloke Nätsken". Dass guter Wille manchmal nicht ausreicht, erfuhren die Zuhörer bei der Geschichte "Usse Vader sal sik wul fraien" von Aloys Germann, präsentiert von Veronika Rietmann.

 

Die Jugendliche Nicole Grove erntete großen Applaus für den Vortrag "De möde Buer" von Bernhard Walbaum.

Heinz-Josef Reckes

Heinz-Josef Reckers gelang es, die Gäste mit der Geschichte "In ne Apteke bi Untiets" von Hein Schlüter zum Schmunzeln zu bringen.
Josef Greiwe fügte einen heitern Beitrag ein, und nachdem Klaus-Werner Kahl das Gedicht "Buernhochtiet" von Augustin Wibbelt vorgetragen hatte, beendete Josef Greiwe den Vortragsreigen mit dem köstlichen Gedicht "Familge Lünings" von August Hollweg.

Josef Greiwe

Beim Singen des Schlußliedes

Kahl bedankte sich dann bei allen Teilnehmern des Abends und lud zum Schlußlied "Guëtgaon" von Gregor Schwake ein. Einigkeit bestand bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein allseits darin, dass es ein ausgesprochen schöner und lustiger "Tag des Platt" war, der auf jeden Fall wiederholt werden sollte.
Fotos: Maria Rumker
Text: Klaus-Werner Kahl